Regeln-Para Bogenschießen

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Im Para Bogenschießen finden Meisterschaften von Landesmeisterschaften bis zu den paralympischen Spielen statt. Trainiert wird im Para Bogenschießen zumeist voll inklusiv.

Die Wettkämpfe des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und des internationalen paralympischen Komitee (IPC) stellen somit eine Ausnahme dar.

 

Bogenarten

Im Para Bogenschießen gibt es zwei Bogenarten, die bei den paralympischen Spielen in den Wettkämpfen zur Anwendung kommen:

  • Recurve-Bogen
  • Compound-Bogen

Beide Bogenarten unterscheiden sich nur geringfügig. Während der Recurve-Bogen eine Visiereinrichtung ohne Lupe hat, hat der Compound-Bogen eine Lupe. Des Weiteren hat der Compound-Bogen einen mechanischen Auslösemechanismus (Release).

Zu den nicht paralympischen Bögen zählen: Feldbogen, Langbogen, Primitivbogen


Wettkampfarten

Im Para Bogenschießen finden Wettkämpfe im Freien und in der Halle statt.

In der Halle wird in den paralympischen Bogenarten Recurve und Compound aus 18 Metern (Erwachsene) auf drei Minischeiben (3er Spot) geschossen. Die Minischeiben sind vertikal angerichtet. Die Ringe gehen von 10 bis 6. Pro Pfeil muss eine Minischeibe geschossen werden. Jugendliche sowie die Altersklasse der Senioren schießen auf die 40 Zentimeter Scheibe (10 bis 1).

Der Wettkampf wird in 2 Durchgängen mit 30 Pfeilen ausgetragen. Die 30 Pfeile pro Durchgang werden in 10 Passen geschossen. 1 Passe dauert 120 Sekunden, in der 3 Pfeile geschossen werden müssen. Jeder Para Bogenschütze schießt auf seine eigene Scheibe.

Im Freien unterscheidet sich die Entfernung zur Zielscheibe bei den paralympischen Bogenarten:

  • Recurve: Erwachsene schießen aus 70 Metern Entfernung auf eine Scheibe mit einem Durchmesser von 122 Zentimetern.
  • Compound: Erwachsene schießen aus 50 Metern Entfernung auf eine Scheibe mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Auf der Scheibe sind jedoch nur die inneren Ringe 5 bis 10 als Ziel dargestellt.

Im Freien werden wie in der Halle 2 Durchgänge, jedoch mit 36 statt 30 Pfeilen geschossen. Eine Passe dauert 240 Sekunden, in der 6 Pfeile geschossen werden sollen. Auch hier gibt es je nach Altersklasse und Klassifizierung Erleichterungen.

 

Die olympische Runde

Spannend anzusehen ist der Ablauf während eines Turniers: Auf eine Scheibe können bis zu 4 Schützen schießen. Dabei schießen Schütze 1 und 3 parallel auf die Scheibe. Wenn diese Passe geschossen ist, wird gewechselt. Nun schießen die Schützen 2 und 4 gleichzeitig auf diese Scheibe. Danach gehen alle gemeinsam zur Scheibe und dokumentieren die Treffer. Es folgt die nächste Passe. Gestartet wird nun in umgekehrter Reihenfolge. Nach 36 Pfeilen gibt es die „Halbzeitpause“.

 

Die Zielscheibe

Die Zielscheibe besteht grundsätzlich aus 10 Ringen. Jeder Ring hat in der Summe die identische Breite. Trifft man in den Außenring, erhält der Para Bogenschütze einen Ring. Wird der Rand eines Ringes berührt, so erhält man die höhere Ringzahl.

 

Der Sieger ist …

Der Sieger ist, wer die meisten Ringe erzielt hat.

Bei Ringgleichheit gewinnt derjenige, der

  • in der Halle die meisten 10er und später 9er usw. getroffen hat
  • im Freien die meisten 10er und später „Xer“ (höherwertige 10; siehe Foto) getroffen hat.
  • bei einem Duell Mann-gegen-Mann (K.-o.-System) pro Satz (meistens 3 Pfeile) zählt eine höhere Summe der Ringe hat. Bei Summengleichheit wird ein Stechpfeil geschossen. Ist auch dieser im gleichen Wertungsring, gewinnt der, der näher an der Mitte ist.

 

Voraussetzung zur Teilnahme an Deutschen Meisterschaften

  1. Das Minimum der Grad der Behinderung liegt bei 20.
  2. Der Para Bogenschütze ist in einem Sportverein.
  3. Der Sportverein muss Mitglied im BSB sein.
  4. Der Para Bogenschütze braucht einen ausgefüllten (und aktuellen) Gesundheitspass sowie einen Sportpass des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS). Diese sind beim Behinderten- und Rehabilitationssportverband Brandenburg e.V. (BSB) zu beantragen.

Auf dem Gesundheitspass muss ein Arzt die Sporttauglichkeit des Para Sportlers bestätigen. Diese Bestätigung darf am Tag der Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft nicht älter als 1 Jahr sein.

Auf dem DBS-Startpass wird die Klassifizierung eingetragen. Die Klassifizierung findet im Para Bogensport am Tag vor der Deutschen Meisterschaft statt.

  1. Der Para-Sportler muss eine Landesmeisterschaft (LM) geschossen haben. Dabei ist es egal, in welchem Bundesland die Landesmeisterschaft stattgefunden hat und ob sie für Menschen mit oder ohne Behinderung ausgeschrieben war.
  2. Die Meldung zur Deutschen Meisterschaft wird grundsätzlich durch den BSB vorgenommen. In Brandenburg sammelt der Fachwart für Para Bogensport die LM Ergebnisse die dann zur Qualifikation an den DBS gehen. Je nach Anzahl an gesamtdeutschen Meldungen und Größe der Wettkampfstätte kann es zum Qualifikationscut kommen. Da der Fachwart in engen Kontakt mit dem DBS steht, versucht er natürlich im Vorfeld entsprechende Information zu den einzelnen Meldungen zu bekommen.