Leevens großer Moment - Das Olympische Feuer tragen

Geschrieben von Janine Richter, Spreejournal am . Veröffentlicht in Sportnachrichten


An der Löcknitz-Grundschule in Erkner brennt jetzt das Olympische Feuer.
Was es mit dieser Zeremonie auf sich hat. Von Janine Richter

Leeven Laske durfte die Fackel am Olympischen Feuer anzündenFoto: Janine Richter, Spreejournal vom 15/16.01.2022
Leeven Laske durfte die Fackel am Olympischen Feuer anzünden und sie mit Schulmaskottchen „Tröpfli" ins Schulgebäude der Löcknitz-Grundschule tragen. Doch wofür war das der Startschuss? Der kleine Leeven macht große Augen, als „Tröpf­li", das Schulmaskott­chen der Löck­nitz-Grundschule, ihn aus der Menge aussucht, an die Hand nimmt und zur Feuerschale führt.
Dem Drittklässler wird an diesem Freitagmorgen die Ehre zuteil, die brennende Fackel von der Olym­pischen Feuerschale auf dem Schulhof ins Schulgebäude zu tra­gen. ,Das war eine große Ehre und sehr aufregend", sagt Leeven (9), auf den noch Minuten vorher die Augen aller Schüler, Lehrer und Lokalprominenz gerichtet waren,
Wettbewerb gewonnen.
Die große Aufgabe war eine Be­lohnung. Zuvor hatte Leeven Las­ke nämlich den Spendendo­sen-Wettbewerb seiner Grund­schule gewonnen. Einen kleinen Tropfen aus Metall hatte der Jun­ge mit seinem Vater als Spenden­dose designt und das hatte die Jury überzeugt. Aufmerksame Erkneraner werden die gebastel­ten Spendendosen der Grund­schüler bereits in den Geschäften von Erkner und der Umgebung entdeckt haben.
Doch wofür wird das Geld ge­sammelt und wie kam jetzt das Feuer auf den Schulhof? Die Löcknitz-Grundschule aus Erkner plant zum vierten Mal mit allen 550 Grundschulkindern, 35 Lehrern und zahlreichen Betreuern zu verreisen. Insgesamt werden sich rund 650 Personen im Juni 2022 mit Bussen zum Kinder-und Jugenderholungszentrum (Kiez) Frauensee nahe Königs Wuster­hausen aufmachen und dort ein olympisches Dorf errichten. Denn so lautet das Motto der diesjährigen  Schulfahrt: ,,Olympia - ge­meinsam schneller, höher, wei­ter!"
Getreu diesem Motto wurde also am Freitag per ohrenbetäu­benden Geschrei aller Schulkin­der die Olympische Fackel auf dem Schulhof der Löck­nitz-Grundschule entzündet. Also zumindest fast, denn das feuchte Wetter machte einen Strich durch die Rechnung: Zu­nächst rauchte es nur gewaltig und keine Flammen waren zu se­hen. Doch Schulleiter Sebastian Witt half elegant mit einem Feu­erzeug nach, bis die Flammen lo­derten.
Schaut man in die strahlenden Gesichter der aufgekratzten Grundschüler an diesem Morgen, würde man es kaum glauben, aber Rektor Sebastian Witt ist sich si­cher: Die Corona-Pandemie hat den Kindern viel abverlangt. Nie habe es in den vergangenen knapp zwei Jahren Normalität in Form von Schulalltag und unbeschwer­tem Freizeitspaß gegeben. Zu lan­ge Zeit waren die Kinder sehr ein­geschränkt. Dies hab bei vielen Kindern neben Lernrückständen auch zu Defiziten bei der Ausbil­dung sozialer Kompetenzen ge­führt. ,,Einsamkeit, Ängste, feh­lende soziale Kontakte - all dies hat bei vielen Kindern deutliche Spuren hinterlassen", sagt Witt. „Die Kinder brauchen diese Fahrt.'' Denn es sei enorm wich­tig, jetzt vieles wieder abzufan­gen, viel Wert auf das soziale Mit­einander zu legen und Platz für Interaktion und auch Emotionen zu schaffen.
Schulfahrt soll stattfinden
Egal, wie sich die Corona-Pande­mie bis Juni 2022 entwickeln wer­de, Schulleiter Witt glaubt dar­an, auf jeden Fall fahren zu kön­nen. ,Wir haben im vorigen Som­mer alles geübt mit einer kleinen Gruppe vor Ort. Wir wissen um die Regeln, sind im Testen geübt und wir kriegen das hin."
An der anstehenden Schulfahrt nehmen die Kinder nicht nur teil, sondern gestalten sie auch mit. „Sie entwickeln in den nächsten Wochen selbst ihre Sportarten, ändern  Fahnen und Mannschaf­ten", erklärt Witt. Der olympische Raum der Schule, wo die Fackel jetzt brenne, werde dann mehr und mehr mit Ideen gefüllt.
Anregungen kamen auch per Videobotschaft oder Ansprache von einigen echten Olympioni­ken, die vor Ort waren und den Kindern als Paten zur Seite ste­hen. Jana Majunke, Mathias Schulze, aber auch der ehemali­ge DDR-Fußballnationalspieler Bodo Rudwaleit waren zugegen und gaben den Kindern Auto­gramme. Paracyclerin Jana Ma­junke gewann bei den Som­mer-Paralympics in Tokio im ver­gangenen Sommer zwei Goldme­daillen und Mathias Schulze ist Leichtathlet im Behindertensport in den Wurfdisziplinen Diskus­und Speerwurf sowie im Kugel­stoßen. Er nahm bei den zurück­liegenden drei Paralympics teil.
Rudwaleit gewann 1980 die Sil­bermedaille beim olympischen Fußballturnier in Moskau, der Hauptstadt der damaligen UdSSR. ,,Für mich war damals das größ­te Erlebnis, mit diesen hunderten Sportlern aus unzähligen Natio­nen in dem olympischen Dorf zu­sammen zu leben", sagt er. Auch den Kindern wünsche er dieses Gemeinschaftsgefühl in ihrem olympischen Dorf. Die Stoßrich­tungen seiner Tipps für die klei­nen Olympioniken: .,Dabei sein ist alles."

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