Fußball-ID-DM: Brandenburger Zauberer spielen im kleinen Finale

am . Veröffentlicht in Sportnachrichten

icon fussball schwarz auf weiss 250pxDie Brandenburger Fußball-ID-Landesauswahl qualifizierte sich dank der Schützenhilfe der Bayern überraschend für das Halbfinale. Mit nur einer Stunde Pause und bereits 80 Spielminuten in den Knochen blieben die Brandenburger bei der Fußball-ID-DM der Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) in Wetzlar gegen den Ausrichter aus Hessen letztlich ohne Chance.

Landestrainer Lars Mrosko fand nach dem Halbfinale gegen Hessen klare Worte: „Am meisten tut es mir weh, die Jungs zu sehen. Sie haben Tränen in den Augen. Sie verstehen gar nicht, was passiert“. Die Brandenburger Auswahl durchlitt am Mittwoch ein Wechselbad der Gefühle. Nach der 0:2-Niederlage gegen den Titelverteidiger Nordrhein-Westfalen hatte es Brandenburg nicht mehr selbst in der Hand, das Halbfinale zu erreichen. Brandenburg musste auf einen Ausrutscher von Baden Württemberg hoffen, der unwahrscheinlich war. Doch gespielt wird bekanntlich auf dem Rasen. Die Brandenburger erledigten mit 3:1 (Tore: Adrian Hübner, Domenic Haase, Christopher „Küken“ Gotzhein) ihre Pflichtaufgabe gegen Saarland. Baden-Württemberg dagegen verballerte eine Chance nach der anderen und musste dann zusehen, wie die Bayern mit 2:0 gewannen. Hinter dem Gruppensieger und Titelverteidiger Nordrhein-Westfalen (10 Punkte) qualifizierte sich somit Brandenburg (7 Punkte) für das Halbfinale. Ein Halbfinale gegen Ausrichter Hessen, welches schon vor dem Start keine Chancengleichheit sah.

Ein Drama in drei Akten

Akt 1 (Der Anpfiff): Das Halbfinale wurde eine Stunde nach dem letzten Vorrundenspiel der Brandenburger angepfiffen. Zu diesem Zeitpunkt stand Brandenburg bereits 80 Minuten auf dem Platz. Die Hessen hatten 4,5 Stunden Pause und 50 Minuten in den Knochen.

Akt 2 (Die Spielzeit): Durch das dritte Spiel beackerten die Brandenburger am Mittwoch 130 Minuten den Fußballplatz. Also 10 Minuten länger als eine Profimannschaft spielt, die in die Verlängerung musste. Die 130 Minuten (ohne Nachspielzeit) wurden innerhalb von 330 Minuten, also 5,5 Stunden, gespielt.

Akt 3 (Das Spiel): Trotz aller Umstände gelang es Landestrainer Mrosko seine Mannschaft gut sortiert und fokussiert in das Halbfinale zu schicken. Jedoch geriet Brandenburg in der achten Minute mit 0:1 in den Rückstand. Dann hatte Torhüter Frank Utpadel den Ball in der Hand als der Schiedsrichter plötzlich Elfmeter pfiff. Die Chance ließ sich Hessen nicht nehmen und ging mit 2:0 (12. Minute) in Führung. Während die ersten beiden Brandenburger Abwehrspieler mit Krämpfen über den Platz schlichen, erhöhte Hessen in der 18. Minute auf 3:0. In der zweiten Halbzeit passierte nicht mehr viel, außer dass es einen weiteren umstrittenen Elfmeter für Hessen gab. Dieser prallte jedoch vom Pfosten zurück in Spielfeld.

Spiel um Platz drei

Am Donnerstag trifft die Brandenburger ID Landesauswahl im Spiel um Platz drei um 10.30 Uhr auf Schleswig-Holstein, die das zweite Halbfinale nach 2:0-Führung im Elfmeterschießen gegen Nordrhein-Westfalen noch verloren. Das Spiel findet im Stadion Wetzlar statt. „Das wird noch einmal ein richtiges Highlight für die Jungs. Da wollten sie unbedingt spielen“, so Lars Wittchen vom BS Brandenburg.