Erneut Silber für Martina Willing am letzten Wettkampftag

Geschrieben von Ralf Paulo - Cheftrainer BSB e.V. am . Veröffentlicht in Para Leichtathletik

2018 GoldmedailleDrei Wurfdisziplinen, drei Mal Silber für Martina Willing - als letzte deutsche Starterin rundete sie die super Bilanz der deutschen bei der EM mit Silber im Kugelstoßen ab.Am Abschlusswochenende waren aus Brandenburger Sicht nur noch Franz Koalick und Martina Willing (beide BPRSV) im Einsatz.

Franz lieferte am Samstag ein sehr gutes Rennen über die 200 Meter ab und wurde in der neuen persönlichen Bestzeit von 25,36 Sekunden sehr guter Fünfter. Am Sonntag reichte es über 100 Meter ebenfalls noch einmal zu Platz fünf. Bei starkem Gegenwind lief er 12,94 Sekunden.

20180826 MartinaWilling KugelFotoquelle: DBS

Als letzte deutsche Starterin konnte sich Martina Willing mit guten 7,60 Meter im Kugelstoßen der Klasse F56/57 noch einmal Silber sichern. Es ist nicht nur ihre dritte Silbermedaille bei dieser Europameisterschaft, sondern insgesamt das 80. Edelmetall ihrer unglaublichen Karriere bei internationalen Wettkämpfen. „Eine Acht vor dem Komma ist immer gut, ich habe zwar um einen Zentimeter meine Bestleistung verpasst, aber mit dem Ergebnis und der Silbermedaille bin ich hochzufrieden. Ich habe hier erneut bewiesen, dass immer eine Medaille herausspringen kann“, freute sich die 58-Jährige vom BPRSV Cottbus, die ihre Karriere bis zu den Paralympics in Tokio 2020 fortsetzen möchte.

Alles in allem haben wir eine sehr gute EM in Berlin erlebt, die leider etwas darunter litt, dass nur sehr wenige Zuschauer den Weg in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sport-Park gefunden haben.“, so Paulo, Paralympischer Beauftragter Brandenburgs.

Mit der Gesamtbilanz können wir dabei aus Brandenburger Sicht durchaus zufrieden sein. Unsere neun Starter brachten insgesamt 1 Gold-, 4 Silber- und 2 Bronzemedaillen mit nach Hause. Das neben den erfahrenen Sportler Willing, Herrmann, Schulze, auch zwei 17-Jährige mit Kosche und Krüsemann zu den Medaillengewinnern zählen, zeigt, dass wir mit der gezielten Förderung unseres Nachwuchses einen guten Weg eingeschlagen haben. Unsere vier Teilnehmer Engeleiter, Koalick, Hohl und Ziesmer, die diesmal ohne Medaille blieben, haben sich aber ebenso nicht unter Wert verkauft und zum Teil sehr gute neue Bestleistungen aufgestellt. Und wenn man so knapp wie Janne Engeleiter über 100 Meter nach einem tollen Rennen an einer Medaille vorbeischrammt, kann man trotzdem stolz auf die erbracht Leistung sein.

20180826 EM Berlin TeamausbeuteFotoquelle: DBS

Insgesamt kommt das deutsche Team im Medaillenspiegel auf 14 Gold-, 19 Silber- und 9 Bronzemedaillen und landete im Medaillenspiegel hinter Polen, Ukraine, Großbritannien und Frankreich auf Rang fünf. 42 Medaillen bei 39 Athletinnen und Athleten – eine starke Bilanz. „Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt und die Athleten, die schon international erfolgreich waren, haben bewiesen, dass sie pünktlich zum Saisonhöhepunkt starke Leistungen liefern. Doch auch die anderen Nationen haben gezeigt, dass dort einiges passiert“, resümierte Bundestrainer Willi Gernemann, der sich zudem auch über die Medaillen der jungen Debütanten Hanna Wichmann, Phil Grolla, Charleen Kosche und Felix Krüsemann freute. „Wir brauchen aber noch mehr Nachwuchs und müssen die Strukturen systematisch aufbauen, so dass wir Talente und Medaillengewinner nicht per Zufall finden. Wir haben kein Qualitäts- sondern ein Quantitätsproblem“, sagte Gernemann. Es seien bei der Heim-EM gute Voraussetzungen vorhanden gewesen, um gute Leistungen zu bringen.