Fünf Weltcup-Gesamtsiege, 16 Podestplätze und Ahornsirup

Geschrieben von Jessica Balleer, DBS am . Veröffentlicht in Para Radsport


presseDie WM-Generalprobe in Kanada ist geglückt: Beim letzten Weltcup der Saison stehen 16 Podestplatzierungen und zahlreiche weitere Top 10-Platzierungen für eine starke Teamleistung der deutschen Para Radsport-Nationalmannschaft. Fünf Athlet*innen gewannen zudem den Weltcup-Gesamtsieg ihrer Startklasse. Doch der Blick aller richtet sich bereits auf das anstehende Großevent: die Weltmeisterschaften vom 11. bis 14. August.

Die WM-Generalprobe in Kanada ist geglückt: Beim letzten Weltcup der Saison stehen 16 Podestplatzierungen und zahlreiche weitere Top 10-Platzierungen für eine starke Teamleistung der deutschen Para Radsport-Nationalmannschaft. Fünf Athlet*innen gewannen zudem den Weltcup-Gesamtsieg ihrer Startklasse. Doch der Blick aller richtet sich bereits auf das anstehende Großevent: die Weltmeisterschaften vom 11. bis 14. August.

Inmitten eines Wohngebiets, vor den Toren der Großstadt Québec, hatten die Veranstalter für beste Voraussetzungen gesorgt und eine anspruchsvolle, leicht hügelige Runde mit einer Länge von 8,8 Kilometern ausgewiesen. Für die deutschen Para Radsportler*innen hätte es dort sportlich kaum besser laufen können: Bei den Siegerehrungen des Weltcups wurde ein ums andere Mal die deutsche Flagge gehisst. Sieben Einzelsiege und 16 Podestplatzierungen stehen aus deutscher Sicht für die gelungenen Wettkämpfe, wenige Tage vor den Weltmeisterschaften (11. bis 14. August). Annika Zeyen (H3), Kerstin Brachtendorf (C5), Maike Hausberger (C2) und Angelika Dreock-Käser (T2) kürten sich zu Gesamtweltcupsiegerinnen. In der C3-Klasse der Männer gelang das auch Steffen Warias.

Auf dem Dreirad in der T2-Klasse gewann Maximilian Jäger im Zeitfahren mit 3,74 Sekunden vor dem Belgier Tim Celen – und fuhr tags darauf im Straßenrennen auf Rang zwei. Der Kölner Benno Schmidt wuchs über sich hinaus und sicherte sich hinter Jäger den dritten Platz. Auch bei den Frauen lief es in der Dreirad-Klasse gut: Angelika Dreock-Käser holte sich dank zweier überzeugender Rennen furios den Doppelsieg: Sie dominierte im Zeitfahren und im Straßenrennen. Auch Teamkameradin Jana Majunke stand beide Male mit auf dem Podest, als die Medaillen und Flaschen mit Ahornsirup als Preis übergeben wurden: Majunke wurde Zweite (Straßenrennen) und Dritte (Zeitfahren). Auch auf dem Zweirad gab es starke Leistungen: Steffen Warias gewann das Straßenrennen der C3-Klasse. Silber regnete es im Zeitfahren für Michael Teuber (C1), Matthias Schindler (C3), Maike Hausberger (C2) und Kerstin Brachtendorf (C5). Während Hausberger im Straßenrennen Rang drei errang, gewann Brachtendorf ihr Rennen sogar.

Wer das breiteste Lächeln suchte, wurde ebenfalls im deutschen Zelt fündig: Handbikerin Annika Zeyen hat mit Erfolgen im Zeitfahren und im Straßenrennen der H3-Klasse einen perfekten dritten Weltcup hingelegt. Insbesondere im Zeitfahren bewies Zeyen Kampfgeist, als sie auf der zweiten Runde einen zwischenzeitlichen Rückstand noch in einen Zwei-Sekunden-Vorsprung umkehren konnte. Es ist der erste Gesamtweltcupsieg für die 37-Jährige, die als Paralympics-Siegerin und Weltmeisterin 2021 ihren Fokus aber bereits voll auf das Großereignis WM legt: „Die Weltcupsiege in dieser Saison freuen mich natürlich. Sie sind eine Belohnung für die kontinuierliche, harte Arbeit im Training. Aber das Event des Jahres ist die anstehende WM. Und dort starten weitere starke Konkurrentinnen, die hier noch nicht dabei waren. Die Karten werden also noch mal neu gemischt.“ Das dürfte auch Vico Merklein (H3) optimistisch stimmen, der das Podium im Straßenrennen knapp verpasst hat.
Annika Zeyen Foto DBSAnnika Zeyen Foto DBS

Reneé Schmidt vom BPRSV Cottbus, der das deutsche Team in Kanada kommissarisch als Cheftrainer betreut, ist zufrieden mit dem Verlauf des Weltcups: „Wir haben bewiesen, dass wir trotz Schwierigkeiten bei der Anreise und mit dem Gepäckversand voll auf die Wettkämpfe konzentriert und fokussiert sind. Richtige Entscheidungen hier, wie etwa der Verzicht auf das Team Relay der Handbiker, und die gute Trainingsvorbereitung zahlen sich aus. Der Großteil der Athletinnen und Athleten ist zum richtigen Zeitpunkt in Topform.“

Nun werden Räder und Equipment erneut verpackt, denn für das deutsche Team geht es weiter in Richtung Norden, zur WM in den fünf Autostunden entfernten kanadischen Ort Baie-Comeau. 15 Athletinnen und Athleten sind nominiert. In keiner anderen Stadt weltweit hat es so viele internationale Para Radsport-Events gegeben. 2010 und 2013 war der Ort Gastgeber der WM sowie 2011, 2012, 2018 und 2019 Gastgeber des Weltcups.


Die Ergebnisse der deutschen Para Radsportler im Überblick:

1. Platz: Maximilian Jäger (T2; Zeitfahren), Annika Zeyen (H3, Zeitfahren und Straßenrennen), Angelika Dreock-Käser (T2; Zeitfahren und Straßenrennen), Steffen Warias (C3; Straßenrennen), Kerstin Brachtendorf (C5; Straßenrennen)

2. Platz: Michael Teuber (C1; Zeitfahren), Matthias Schindler (C3; Zeitfahren), Maike Hausberger (C2; Zeitfahren), Kerstin Brachtendorf (C5; Zeitfahren), Maximilian Jäger (T2; Straßenrennen), Jana Majunke (T2; Straßenrennen)

3. Platz: Jana Majunke (T2; Zeitfahren), Benno Schmidt (T2; Straßenrennen), Maike Hausberger (C2; Straßenrennen)

4. Platz: Thomas Schäfer (C4; Zeitfahren), Vico Merklein (H3; Straßenrennen), Julia Dierkesmann (H4; Straßenrennen)

5. Platz: Manuel Scheichl (H2; Zeitfahren), Benno Schmidt (T2; Zeitfahren), Julia Dierkesmann (H4; Zeitfahren), Steffen Warias (C3; Zeitfahren), Michael Teuber (C1; Straßenrennen), Matthias Schindler (C3, Straßenrennen)

6. Platz: Vico Merklein (H3; Zeitfahren), Manuel Scheichl (H2; Straßenrennen)

8. Platz: Thomas Schäfer (C4; Straßenrennen)

13. Platz: Jakob Klinge (C5; Zeitfahren)

 

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