Schindler startet bei Bahn-WM

am . Veröffentlicht in Para Radsport

icon radfahren schwarz auf weiss 250pxBei den Para Radsport-Weltmeisterschaften auf der Bahn fährt das deutsche Team vom 22. bis 25. März um die ersten Qualifikationspunkte für Tokio 2020. Aus Brandenburger Sicht startet in Rio de Janeiro Denise Schindler vom Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportverein aus Cottbus. Die Vorbereitung des Deutschen Teams fand auf der Bahnradstrecke in Frankfurt/Oder statt.

Mit einem kleinen aber sehr erfahrenen Team reist Bundestrainer Patrick Kromer zu den Para Radsport-Weltmeisterschaften auf der Bahn vom 22. bis 25. März nach Rio de Janeiro. Für vier der fünf Athleten ist die WM eine Rückkehr an eine bekannte Wettkampfstätte. Nachdem 2016 dort die Paralympischen Spiele stattgefunden haben, liegt in Rio erneut der Fokus auf den Paralympics: Diesmal sollen die ersten Qualifikationspunkte für die Spiele in Tokio 2020 gesammelt werden.

Optimale Bedingungen in Frankfurt/Oder

Während sich der Großteil der Para Radsport-Nationalmannschaft im Trainingslager auf Mallorca auf die Straßen-Saison vorbereitet hat, trainierten Denise Schindler, Erich Winkler, Matthias Schindler sowie der sehbehinderte Kai-Kristian Kruse und sein Pilot, Olympia-Sieger Stefan Nimke, intensiv in Frankfurt Oder für die Bahn-WM in Rio. „In Frankfurt Oder ist eine der wenigen Bahnradstrecken in Deutschland, die uns optimale Bedingungen für die Vorbereitung bietet. Mein Co-Trainer Jan Ratzke hat die Tage genutzt, um mit den Athleten intensiv zu arbeiten“, berichtet der Bundestrainer.

Bei der WM in der brasilianischen Metropole können die ersten Punkte für die Qualifikation zu den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio gesammelt werden. Viele dieser Möglichkeiten gibt es nicht, auch wenn es bis zu den Paralympics noch gut zweieinhalb Jahre sind. „Auf der Bahn ist die Anzahl der Wettkämpfe sehr überschaubar, ebenso übrigens bei den Radsportlern ohne Behinderung. Dadurch ist es sehr schwer, Wettkampfpraxis zu sammeln und die Trainingsmotivation hoch zu halten“, sagt Kromer.

Fokus liegt auf Qualifikationspunkten

Gerade deshalb sei es für die deutschen Athletinnen und Athleten in Rio das Ziel, in möglichst vielen Disziplinen unter die besten Zehn zu fahren und somit möglichst viele Punkte zu ergattern. „Der Fokus in Brasilien liegt auf den Qualifikationspunkten. Klar liebäugeln wir auch mit zwei bis drei Medaillen, aber in Nationen wie England, Australien oder den Niederladen sind die Sportler rein auf die Bahn spezialisiert und haben dadurch einen ganz anderen Trainingsstandard“, fasst Kromer die Ziele für die WM zusammen.

Die Bahn in Rio weckt bei den deutschen Starterinnen und Startern Erinnerungen an Erfolge und einzigartige Geschichten. Kai-Kristian Kruse, der bei den Paralympics in London 2012 noch im Rudern gestartet war, und sein Pilot Stefan Nimke gewannen bei ihren ersten gemeinsamen Paralympics Bronze im Zeitfahren. Erich Winkler hatte bei den Spielen Glück im Unglück. Über 3000 Meter war er auf Medaillenkurs, bis kurz vor dem Ziel seine Prothese aus der Pedale rutschte, er einen Sturz knapp verhinderte und das Rennen somit für ihn gelaufen war. Doch die Kampfrichter entschieden, dass Winkler nach diesem Missgeschick erneut starten durfte. Jedoch ohne Happy End: Der erste Durchgang lag dem 49-Jährigen noch schwer in den Beinen und er verpasste trotz persönlicher Bestzeit hauchdünn mit Platz vier das Podest.