Para-Schwimm-WM: Schnittger gewinnt zweimal Gold

Geschrieben von BSB / DBS am . Veröffentlicht in Para Schwimmen

icon schwimmen schwarz auf weiss 250pxSie hat bei den Weltmeisterschaften (2.-7.12.) im Para Schwimmen der Höhe von Mexiko City erfolgreich standgehalten. Maike Naomi Schnittger vom SC Potsdam gewann in Abwesenheit der Paralympics-Siegerin Hannah Russell (Großbritannien) ihre ersten beiden Goldmedaillen überhaupt. Die 23-Jährige setzte sich über 50 und 100 Meter Freistil gegen die Konkurrenz durch.

„Ich bin fix und alle und hätte nicht gedacht, dass 50 Meter so sehr schlauchen können. In 2250 Metern Höhe gelten offenbar andere Regeln“, sagte die sehbehinderte Schnittger nach ihrem Rennen in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch. In der Startklasse S12 blieb Schnittger in 28,63 Sekunden sieben Zehntel vor der Spanierin Maria Delgado Nadal und knapp eine Sekunde vor der Amerikanerin Aspen Shelton. „Zwei Goldmedaillen sind mehr als ich mir erhoffen konnte. Ich bin mega happy und fliege mit einem Lächeln nach Hause“, so Schnittger weiter.

Bereits in der Nacht zum Montag hatte Schnittger über 100 Meter Freistil triumphiert (1:01,50 Minuten) und konnte den ersten WM-Titel überhaupt feiern. Nach dem Rennen sprach sie vom „wahrscheinlich härtesten Rennen ihres Lebens“ und nannte die Höhe von Mexiko als Grund.

EM-Norm erreicht

Der paralympische Stützpunkttrainer Maik Zeh war vor allem von den Siegzeiten beeindruckt. Demnach „fehlte zu den Bestzeiten nicht viel.“ Angesichts der verschobenen Wettkämpfe aufgrund des schweren Erdbebens Mitte September sind die Zeiten „schon bemerkenswert. Denn es ist nicht einfach, das Training und die sportliche Leistung auf einen neuen, verschobenen Wettkampfhöhepunkt auszurichten“, so Zeh.

Einen schönen Nebeneffekt haben die Siegzeiten von Schnittger bereits für die Europameisterschaft 2018 in Dublin (Irland). Die Siegzeiten unterbieten die EM-Normzeit, womit Schnittger das EM-Ticket bereits jetzt buchen kann. Die Höhe bereitet Schnittger dann keine Probleme mehr: Dublin liegt im Durchschnitt 20 Meter über den Meeresboden.