Klassifizierung-Tischtennis

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Im Tischtennis wird das Prinzip der funktionellen Klassifizierung angewendet. Die Klassifizierung orientiert sich dabei an der Auswirkung der Behinderung auf das eigene Spiel, unter Berücksichtigung von Stabilität in der Bewegung, Rotation im Ball und Geschwindigkeit.

Es wird unterschieden in sitzende Wettkampfklassen (Klassen 1 bis 5) und stehende (Klassen 6 bis 11). Generell gilt: je niedriger die Wettkampfklasse, desto schwerer die Auswirkung der Behinderung auf das Tischtennisspiel. In der Wettkampfklasse 11 treten Menschen mit einer intellektuellen Beeinträchtigung gegeneinander an.

Die Wettkampfklassen

Sitzende Wettkampfklassen (WK 1 bis 5)

Klasse 1:
Der Spieler/ in hat keine Rumpfkontrolle, kein funktioneller Griff des Schlägers, die Streckung des Ellbogens und der Hand werden durch eine schwingende Bewegung, die von der Schulter ausgeht, erreicht. Die Koordination der Armbewegungen ist bedeutend anders als die nicht beeinträchtigter Arme. Alle Rumpfbewegungen werden durch das Halten des Rollstuhls oder des Oberschenkels mit der Hand, oder durch das Halten der Stuhlrückseite mit gekrümmtem Ellbogen gesichert.

Klasse 2:
Der Spieler/ in hat keine Rumpfkontrolle, keinen funktioneller Griff des Schlägers, die Ellbogenstreckung ist ausreichend, und die Handbewegungen sind gut koordiniert aber ohne normale Kraft. Die Rumpfposition wird ähnlich gesichert wie bei den Spielern und Spielerinnen der Klasse 1.

Klasse 3:
Der Spieler/ in hat keine Rumpfkontrolle. Je nach Höhe der Verletzung an der Wirbelsäule können minimale motorische Einschränkungen der Schlaghand auftreten, aber diese Schäden sind nicht schwerwiegend genug, um Einfluss auf eine der im Tischtennis bekannten Schlagtechniken zu haben. Leichte Veränderungen der Rumpfposition werden gesichert, indem die freie Hand den Rollstuhl oder den Oberschenkel hält, drückt oder stützt. Der untere Teil des Rumpfes bleibt in Kontakt mit der Stuhlrückseite.

Rückwärtige Armbewegungen sind eingeschränkt, aufgrund der fehlenden Rumpfrotation. Bewusste Bewegungen des Rollstuhls sind in den meisten Fällen nicht möglich.

Klasse 4:
Der Spieler/die Spielerin hat Rumpfkontrolle, aufrecht sitzend, normale Arm- und Rumpfbewegungen sind möglich. Rumpfbewegungen, die der Vergrößerung der Reichweite dienen, sind nur möglich, indem der freie Arm sich am Rollstuhl oder Oberschenkel hält, drückt oder stützt. Bewusste Bewegungen des Rollstuhls sind möglich. Mit einer Hand nach vorne ist der Rumpf nicht in der Lage, sich optimal nach vorne zu lehnen. Seitliche Bewegungen sind nicht ohne die Hilfe des freien Arms möglich.

Klasse 5:
Der Spieler/die Spielerin hat Rumpfkontrolle; der Rumpf kann in sagittaler Ebene bewusst und ohne die Hilfe des freien Armes nach vorne geneigt und aufgerichtet werden. Signifikante Stoßbewegungen mit den Oberschenkeln oder sogar den Füßen sind möglich. Die Handhabung des Rollstuhls ist optimal, aufgrund der guten Rumpfpositionierung nach vorne und nach hinten. Einige seitliche Bewegungen sind möglich.

Stehende Wettkampfklassen (WK 6 bis 11)

Klasse 6:
Kombination von schweren Behinderungen im Schlagarm und den unteren Gliedern, mit schweren dynamischen Gleichgewichtsproblemen.

Klasse 7:
Sehr starke Defekte der Beine, damit verbunden, schlechte statische und dynamische Balance. Starke bis mäßige Defekte des Spielarmes. Gemäßigte CP, mit Beeinträchtigung des Spielarmes und der Beine.

Klasse 8:
Einseitig oberhalb des Knies oder beidseitig unterhalb des Knies Amputierte. Schwere Behinderungen in einer oder beiden unteren Extremitäten, mit geringem dynamischem Gleichgewicht. Mittlere Behinderungen in den Beinen und leichte Behinderung im Spielarm.

Klasse 9:
Einseitig, unterhalb des Knies amputierte Spielerinnen und Spieler. Milde Beeinträchtigungen der Beine, oder leichte Behinderungen in den Beinen und leichte Behinderung im Spielarm. Starke Beeinträchtigung des Nicht-Spielarmes.

Klasse 10:
Sehr milde Beeinträchtigungen in den Beinen, oder sehr milde Beeinträchtigung des Spielarms, oder schwere bis gemäßigte Beeinträchtigung des Nicht-Spielarms.

Klasse 11:
Sportlerinnen und Sportler mit intellektuellen Beeinträchtigungen entsprechend der internationalen Kriterien.

Klasse AB:
Diese Klassifizierung gibt es nur auf nationaler Ebene. Spieler und Spielerinnen, deren Behinderung nicht ausreicht, um in die WK 1-11 klassifiziert zu werden. Ab 20% Grad der Behinderung (GdB) kann ein Sportler in die Startklasse Allgemeine Behinderung (AB) aufgenommen werden.

Ablauf der Klassifizierung

Die Klassifizierung findet im Vorfeld von Deutschen Meisterschaften statt. Die funktionelle Klassifikation erfordert, dass die Spieler und Spielerinnen in Wettkampfausstattung erscheinen. Zum Verfahren der Klassifikation gehören:

  • die Vorstellung der Beteiligten,
  • die Mitteilung der Diagnose,
  • der medizinische Test,
  • das Testen am Tisch.

Auf dem Ergebnis basierend erfolgt die vorläufige Mitteilung an die Turnierleitung und die Auslosung für den anstehenden Wettbewerb. Es folgt die Observierung während der Wettkämpfe und die Mitteilung des abschließenden Ergebnisses. Dieser Vorgang wiederholt sich beim zweiten Turnier. Klassifizierung ist eine Momentaufnahme und kann jederzeit geprüft werden.

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